Ärzte unter Druck

Ingolstadt (intv) Vormittags, 10 Uhr. In der Praxis von Hausarzt Dr. Böhm ist einiges los. Kein Wunder, denn Winterzeit ist Erkältungszeit. Anton Böhm ist für seine Patienten da, auch wenn er die Nacht zuvor Bereitschaftsdienst hatte. Nachts arbeiten und am nächsten Tag wieder in der Praxis stehen. Dr. Böhm befürchtet, dass das bald zum Dauerzustand für Ärzte werden könnte. „Das Problem ist, dass wir bei den fertigen Medizinern 70 Prozent Frauenanteil haben. Wenn sich die Damen als Hausärzte niederlassen, müssen sie nachts Dienst machen. Das ist nicht ungefährlich, denn oftmals müssen die jungen Ärztinnen auf verlassene Dörfer fahren.“ Viele Medizinerinnen entscheiden sich deshalb gegen eine Niederlassung. Die Folge: Es gibt immer weniger Ärzte, die sich untereinander den Bereitschaftsdienst teilen. Die Belastung wird immer größer. Anton Böhm fordert deshalb eine deutlich bessere Bezahlung für den Bereitschaftsdienst. Außerdem wünscht er sich ein sogenanntes „Kompetenzteam“ aus Ärzten, damit jungen Medizinerinnen der Bereitschaftsdienst erspart bleibt.