Ärger um Taschenkontrollen auf Pfingstvolksfest

Ingolstadt (intv) Stadt und Polizei setzten auch heuer auf verstärkte Polizeipräsenz, Videoüberwachung und Taschenkontrollen auf dem Pfingstvolksfest. Genau deshalb fühlt sich aber ein Ingolstädter diskriminiert: Er behauptet, dass Security-Mitarbeiter nur die Rucksäcke von bestimmten Personengruppen durchsuchen. Wir haben bei der Veranstaltungs GmbH nachgefragt, ob an diesem Vorwurf etwas dran ist.

Eigentlich wollte sich Martin Böck zusammen mit seiner Frau einen schönen Tag auf dem Pfingsvolksfest machen. Doch das Erlebnis gleich bei den Eingangskontrollen hat ihm ganz schön die Laune vermiest. Als er mit seiner Frau durch den Eingang spazieren will, fordern ihn drei Security-Mitarbeiter auf, seinen Rucksack herzuzeigen. Dieser wird durchsucht – laut Böck ohne ersichtlichen Grund.  Daraufhin marschieren er und seine Frau ein paar Hundert Meter weiter zum nächsten Eingang. Dieses Mal laufen die beiden ohne Kontrolle an den Security-Männern vorbei. Seine Freunde, die er wenig später auf dem Volksfest trifft, berichten, dass ihre Taschen überhaupt nicht durchsucht wurden. Martin Böck glaubt, dass der Security-Dienst nach einem bestimmten Muster vorgeht: Inbesondere Jugendliche, Menschen mit Migrationshintergrund und Personen mit einem auffälligen Erscheinungsbild würden bevorzugt kontrolliert. Er und seine Frau trugen an diesem Tag ein Band-T-Shirt mit einem auffälligen Aufdruck. Er vermutet, dass das der Grund war, weshalb ihn die Security-Männer kontrollierten.

Verantwortlich für die Sicherheit auf dem Pfingstvolksfest ist die Ingolstädter Veranstaltungs GmbH. Geschäftsführer Tobias Klein verteidigt das Vorgehen des Sicherheitsdienstes. Klein betont, dass das Personal an den Eingängen stichprobenartig kontrolliere – auch Rentner, Eltern mit Kinderwagen und junge Menschen. Für ihn steht fest: Im Fall von Martin Böck liegt keine Diskriminierung vor.

Von einer Diskriminierung geht auch Rechtsanwalt Klaus Wittmann nicht aus. Er sagt: „Nicht alles, was lästig ist, ist gleich eine Diskriminierung.“

Auf dem Herbstvolksfest wird es wieder Taschenkontrollen geben. Sie sind lästig – aber in Zeiten von terroristischen Anschlägen wohl unumgänglich.