Ärger um den Gelben Sack: Warum sich das Mülltrennen auch weiterhin lohnt

Ingolstadt (intv) Die Deutschen sind Weltmeister – zumindest im Mülltrennen. Auch die meisten Ingolstädter stapeln alle zwei Wochen ihre Gelben Säcke am Straßenrand. Aber lohnt sich dieser Aufwand überhaupt? Die Hälfte des Verpackungsmülls wird sowieso verbrannt, berichteten diese Woche mehrere Medien. Wir haben nachgefragt, was mit den Ingolstädter Säcken passiert.

Unseren Müll holt die städtische Müllabfuhr und dann landet er in Mailing. Das stimmt zwar, gilt aber nicht für die Gelben Säcke, wie Thomas Schwaiger von den Ingolstädter Kommunalbetrieben weiß. „Dass es einen Gelben Sack gibt in Ingolstadt und dass er vor jedem Haushalt abgeholt wird, da können die Kommunalbetriebe mitreden“, erklärt er.  Dabei, was in den Säcken gesammelt und wie das weiterverwertet wird, könnten die Kommunalbetriebe nicht mitreden, das sei Sache der Dualen Systeme Deutschland.

Hinter diesem Begriff stecken Firmen, die sich bundesweit im Auftrag der Verpackungshersteller um die Gelben Säcke kümmern. „Die Dualen Systeme Deutschland schreiben das aus und wer diese Ausschreibung gewinnt, und das sind überregionale Unternehmen, dorthin fährt der Inhalt der Ingolstädter Gelben Säcke und dort wird er weiterverarbeitet“, sagt Thomas Schwaiger.

Was mit dem Müll passiert, entscheiden die Unternehmen selbst. Längst nicht aus jeder Plastikverpackung wird wieder Plastik. „Man muss bei dem Thema Gelben Sack ganz definitv unterscheiden zwischen Verwertungsquoten und Recyclingquoten“, sagt Simone Vosswinkel, Sprecherin der Müllverwertungsanlage Ingolstadt. „Glas und Papier haben Recyclingquoten von über 90 Prozent, während der gelbe Sack zwischen 30 und 50 Prozent liegt, je nach Qualität, was drin ist.“

Was nicht wiederverwertet werden kann, wird verbrannt. Dabei werden Strom und Wärme gewonnen oder der Müll dient als Brennstoff in Zementwerken. Die Gesetze lassen bei den Gelben Säcken viel Spielraum. Nur ein Fünftel des Inhalts muss recycelt werden. Da ist es fast schon ein Erfolg, dass derzeit fast die Hälfte des Verpackungsmülls wiederverwertet wird. Es lohnt sich also in jedem Fall, gut zu trennen.