Abgasaffäre: Audi immer mehr im Fokus

Ingolstadt (intv) Erst war es ein VW-Skandal um manipulierte Dieselmotoren, jetzt fällt immer häufiger auch der Name Audi. Manche Medien bezeichnen Audi inzwischen sogar als Mutter des Abgasskandals. Es scheint Anhaltspunkte zu geben, dass Audi Manager und Ingenieure tief verstrickt sind in die Verbreitung der Schummelsoftware.

Den Anfang macht die US Umweltbehörde EPA. Sie stellt im September 2015 in Untersuchungen fest, dass VW die Abgaswerte vorsätzlich per Software manipuliert hat. VW gibt den Einsatz der Schummelsoftware zu. VW-Boss Winterkorn übernimmt die Verantwortung und tritt zurück. Behörden in den USA ermitteln, VW setzt selbst einen internen Ermittler ein. Auch die Behörden in Deutschland werden jetzt aktiv, die Staatsanwaltschaft in Braunschweig ermittelt gegen VW.
Audi kommt ins Spiel, als in den USA Behörden auch beim 3 Liter Motor die Schummelsoftware entdecken. Der Motor ist eine Audi Entwicklung. Audi Entwicklungsvorstand Hackenberg muss gehen. Sein Chef Stadler kündigt Aufklärung an und sagt, er habe nichts gewusst, sei falsch informiert worden. Für Hackenberg kommt im Januar 2016 Knirsch in den Audi Vorstand.
Jetzt im Sommer gerät Audi weiter in den Fokus der internen Ermittler. Auch Knirsch ist in die Affäre verstrickt – seinen Schreibtisch soll er bereits geräumt haben. Auch vier weitere Ingenieure sollen Audi schon verlassen haben. Die US Ermittler haben offenbar ein Mail aus dem Jahr 2007 entdeckt, das Stadler und die Audi Vorstände weiter in Bedrängnis bringt. Darin schreibt ein Ingenieur offenbar an mehrere Manager, dass es ohne „Bescheißen“ nicht gehen werde, die US Grenzwerte einzuhalten.