Ab in den Winterschlaf

Ingolstadt (intv) Ob Peterle, Priscilla oder Rapunzel – Mechthild Witzl kennt ihre stachligen Schützlinge alle beim Vornamen. Zur Zeit kümmert sie sich um acht Igel – sie wurden verletzt, krank oder geschwächt zu ihr gebracht. Mechthild peppelt sie alle auf und macht sie wieder fit für die freie Wildbahn. Für die Pfaffenhofnerin eine Lebensaufgabe, für die sie jeden Tag zwischen vier und halb fünf Uhr Morgens aufsteht. Sie nimmt jährlich ca. 60 Igel auf, die in der Regel sechs Wochen bei ihr bleiben. Während der kalten Jahreszeit wohnen die stachligen Weggefährten bis März oder April bei ihr. Die 62-Jährige weiß aus Erfahrung: Igel, die um diese Jahreszeit weniger als 200 Gramm wiegen, sollten unbedingt in Obhut genommen werden. Erste Maßnahme: Wärme. „Wenn ein Igel kalt ist, nimmt er keine Nahrung auf“, so Witzl. Das Tier zum Beispiel einfach mit einer Wärmflasche aufwärmen. Beim Igelfutter beachten, dass auf keinen Fall Milchprodukte verwendet werden. Mechthild Witzl empfiehlt Katzenfutter, das sie mit Haferflocken vermischt und dazu eine Schüssel Wasser. Obwohl sie sich mittlerweile schon seit knapp 20 Jahren um die kleinen Tierchen kümmert, warnt sie davor, Igel ohne Grund einzufangen. Denn nicht alle Tiere seien hilfsbedürftig. So vertragen Igel Kälte und Nässe, vorausgesetzt sie haben ein trockenes Nest aus Laub. Was viele vergessen: Igel sind keine Haustiere, sondern Wildtiere und kommen sehr gut alleine zurecht. Also, wenn das nächste Mal ein Igel durch den Garten läuft: Genau hinschauen, ob das Tier Hilfe braucht. Und dann kann vielleicht auch Mechthild Witzl mal etwas länger ausschlafen.