67 statt 131 Asylbewerber: Hitzige Diskussion in Winden am Aign

Winden am Aign (intv) An den Eingangstüren standen Securityposten und die Polizei kam mit einem Streifenwagen vorbei. Doch Gewaltausbrüche gab es nicht, bei einer Diskussion in Winden am Aign. Landrat Martin Wolf stellte sich dort den Bürgern. Die hatten ihm unter anderem bei einer Demonstration vor dem Rathaus von Reichertshofen vorgeworfen, Asylbewerber ungleich im Landkreis zu verteilen. In einem ehemaligen Gasthaus und Tanzlokal sollten angeblich bis zu 131 Flüchtlinge untergebracht werden. Bei 827 Einwohnern, die in diesem Reichertshofener Ortsteil leben. Die Stimmung im DJK-Sportheim war anfangs gereizt. Drinnen war jeder Sitz- und viele Stehplätze besetzt. Deshalb haben Windener Bürger kurzerhand Bierbänke neben den Saal ins Freie gestellt. Lautsprecheranlagen übertrugen die Diskussionsbeiträge ins Freie. Werner Klein trat als erster ans Mikrophon und machte klar, dass sich die Bürger mit so vielen Asylbewerbern überfordert fühlen. Vertreter des Landratsamtes und der Regierung von Oberbayern stellten die Flüchtlingswelle in Zahlen dar. Landrat Martin Wolf machte schließlich deutlich, dass noch kein Vertrag mit dem Besitzer des Tanzlokals abgeschlossen wurde. Dessen Antrag auf Nutzungsänderung hatte die Gemeinde Reichertshofen ohnehin abgelehnt. Ohne Umbau könnten laut Martin Wolf 67 Asylbewerber in der Immobilie untergebracht werden. Es war dieser Kompromißvorschlag, der die besorgten Bürger schließlich beruhigte. Die Diskussion wurde im Lauf des Abends immer sachlicher. Abgeschlossen ist sie noch nicht. Der Landrat will sich demnächst mit dem Eigentümer des Gebäudes treffen, um eine Einigung zu erzielen.