67. Neuburger Barockkonzerte eröffnet

Neuburg (intv) „Eleganz trifft Leidenschaft“. Unter diesem Motto stehen die 67. Neuburger Barockkonzerte. Am Donnerstag wurde das Musikfestival im Ottheinrichsaal des Neuburger Schlosses eröffnet. Das Ensemble Lyriarte entführte sein Publikum ins Goldene Zeitalter Russlands. Dabei wurden vor allem italienische, aber auch schwedische und russische Komponisten präsentiert, die im 18. Jahrhundert am Zarenhof wirkten.

„Höchster Eskapismus und treibender Farbrausch in fassungslos machender Bewegungsexplosion.“ So urteilte die Süddeutsche Zeitung über das im Jahr 2000 in München gegründete Ensemble Lyriarte. Einfacher ausgedrückt lässt das Ensemble durch Präzession, perfektes Zusammenspiel und einer spürbaren Freude am Musizieren Werke wie die Triosonate des italienischen Komponisten Luigi Schiatti, lebendig werden. Von diesem ist in der Musikwelt kaum etwas bekannt, verriet uns Jutta Dieing, die Künstlerische Leiterin der Barockkonzerte. Nur dass er eine Tochter hatte, die in Russland Komponistin war, ist sicher. Die Trisonate ist das einzige erhaltene Werk von ihm.

Auch ein italienischer Komponist am Hofe des Zaren war Luigi Madonis. Es heißt er war einst Schüler von Antonio Vivaldi. Im Jahr 1738 veröffentlichte er in St. Petersburg seine zwölf verschiedenen Sinfonien für Violine und Bass. Die Einzelwerke werden als Sonate bezeichnet. Die Besonderheit der Sonaten besteht darin, dass darin auf das Idiom russischer Volkslieder Bezug genommen wird.

Highlight des Abends war für viele das Werk des schwedisten Komponisten Johann Helmich Roman; Die Golowinmusiken, eine Art Sammlung von 45 Einzelstücken, die beliebig zusammengestellt werden können. Das Ensemble Lyriarte wählte daraus sehr dynamische Stücke, die das musikalische Können der Ausnahmemusiker unterstrichen.