400 Kerzen für die Solidargemeinschaft: Nacht der Lichter in Pfaffenhofen

Pfaffenhofen (intv) Es sind schreckliche Bilder und sie kommen direkt ins Klassenzimmer. Wenn Asylbewerber Deutsch lernen, dann nutzen sie in den Pausen ihre Handys. Doch nicht nur um sich mit Spielen abzulenken, sondern auch um das Neueste aus ihrer Heimat zu erfahren. Denn viele sind durch eine jahrelange Flucht aus Kriegs- und Krisengebieten schon lange von ihrer Familie getrennt. Wenn Freunde dann ein Foto schicken, auf dem ihr zerstörtes Elternhaus oder Schlimmeres zu sehen ist, dann ist das ein weiterer Schicksalsschlag, den diese Menschen ertragen müssen. Das läßt Beate Niedermeier nicht kalt. Sie bringt den Analphabeten unter den Flüchtlingen Lesen und Schreiben bei, unterrichtet Deutsch als Fremdsprache und nimmt auch die Prüfung für die Einbürgerung ab. Beate Niedermeier war eine von Hunderten, die gestern Abend vor dem Haus der Begegnung standen, um ein Zeichen zu setzen. Ein Zeichen für die Solidargemeinschaft. Die soll sich verbreiten wie ein Lauffeuer. Deshalb hatte man 400 Kerzen aufgestellt. Jeder einzelne Teilnehmer nahm eine davon und trug sie dann in einen symbolischen Kreis. Auch Pater Benedikt aus dem Kloster Scheyern nahm daran teil, sowie Sepp Steinbüchler, Pastoralreferent und Vorsitzender des Internationalen Kulturvereins. Zu der Aktion aufgerufen hatte die Nachbarschaftshilfe der Caritas. Sie will damit ehemalige Kindersoldaten im Kongo unterstützen. Nach der Aktion vor dem Haus der Begegnung wurde in der Stadtpfarrkirche gebetet: Überkonfessionell, nach den Riten aus Taizé. Auch dort brannten ausschließlich Kerzen.