15 Jahre Kammerchor Ingolstadt

Ingolstadt (intv) Heute vor genau 15 Jahren hatte der Kammerchor Ingolstadt seine erste Probe. Seither fiel der Chor, unter der Leitung von Reinhold Meiser, durch eine Vielzahl besonderer Konzerte auf. So ragte vor allem die spektakulär inszenierte Aufführung der Johannespassion von Bach aus den ansonsten rein konzertanten Darbietungen heraus. Das Jubiläum feiert der Chor mit einer Konzerttrilogie. Am Freitag wurde in der Ingolstädter St. Matthäus-Kirche das „Deutsche Requiem“ von Johannes Brahms aufgeführt. Ein Requiem gilt gemeinhin als eine kirchenmusikalische Komposition zum Totengedenken. Das „Deutsche Requiem“ des religiösen Freigeists Johannes Brahms ist hingegen ein Werk für die Lebenden. Es soll den Hinterbliebenen Trost spenden. Der Kammerchor Ingolstadt führte am Freitag eine ganz besondere Version des Requiems auf. Die Fassung von Heinrich Poos für Soli, Chor, zwei Klaviere und zwei Pauken lässt die Musik Brahms mit kammermusikalischen Möglichkeiten erklingen. Und diese reizte der Kammerchor Ingolstadt am Freitag voll und ganz aus. Die 52 Chormitglieder überzeugten durch Perfektion sowohl an wuchtigen, dramatischen Stellen als auch bei den überwiegend abgeklärten Tönen, die Trauer und zugleich Hoffnung widerspiegeln. Begonnen hat der Chor vor 15 Jahren in einer etwas kleineren Besetzung. Lediglich zwölf Leute kamen damals zur Probe. Das erste Konzert im Februar 2000 wurde mit nur 17 Sängern gestemmt. Seitdem haben sich einige leidenschaftliche Sänger dem Chor angeschlossen. Mitsingen darf jeder der Chorerfahrung hat. Jedoch, so Reinhold Meiser, trennt sich oft schon bei den Proben die Spreu vom Weizen. Die Stücke sind so anspruchsvoll, das viele Neumitglieder schnell wieder aufgeben. Was bleibt sind perfekt harmonierende Sänger, die dem Publikum am Freitag ein wahres Klangerlebnis boten.

Die nächste Aufführung der Jubiläumskonzerttrilogie findet am 20. Dezember statt. Dann wird der Kammerchor in der Ingolstädter St. Matthäus-Kirche das „Magnificat“ und das „Weihnachtsoratorium“ von Johann Sebastian Bach darbieten.