15. Benefizkonzert der Tschernobyl-Kinderhilfe

Pöttmes (intv) Fast 30 Jahre ist der Super-GAU im ukrainischen Kernkraftwerk Tschernobyl her. Bereits in der zweiten Generation kämpfen die Menschen in der Gegend mit den Spätfolgen der Nuklearkatastrophe: Geschädigtes Erbgut, Krankheiten wie Schilddrüsenkrebs oder Wirbelsäulen-Verkrümmung. Die Tschernobyl-Hilfe Pöttmes-Schrobenhausen nimmt sich seit vielen Jahren der Opfer an. Gestern fand das jährliche Benefiz-Konzert statt. Dazu waren viele Künstler und Musiker in die Pfarrkirche St. Peter und Paul nach Pöttmes gekommen. Zahlreiche Besucher konnten bei freiem Eintritt Orgelklängen, Instrumentalmusik und Texten lauschen.

Hermann Plöckl aus Aichach steuerte christlich-aktuelle Gedanken bei, die er selbst textet. Themen von Asyl bis Tschernobyl fanden darin Einzug. Auch die angebliche und vielbeschworene Gefährdung des christlichen Abendlandes durch kulturelle Gegner nahm Plöckl in seine Texte auf: „Wenn wir unser Leben auf die Botschaft konzentrieren, die uns vor 2000 Jahren überbracht wurde, besteht überhaupt keine Gefahr“, ermutigte Plöckl die Zuhörer.

Der Chor Filomela aus Schnellmannskreuth und die Sopranistin Gabriele Huber aus Ehekirchen gestalteten musikalische Einlagen. „Ich singe hier sehr gerne und oft“, so die Sopranistin, „denn die Akustik ist wunderbar“. Begleitet wurde Huber durch zwei Organisten und ein Instrumentalensemble.

Auch das Ensemble Flautissimo der Städtischen Sing- und Musikschule Schrobenhausen unter der Leitung von Friedrich Halbleib war nach Pöttmes gekommen. „Wir haben Stücke von Mozart über Leonhard Call bis Boismortier gespielt“, so die Querflötistin Cathrin Gauß.

Am Ende des Konzertes füllte sich der Spendenkorb. „Dieses Benefizkonzert gibt es seit 15 Jahren, und es ist für uns die wichtigste Quelle für Spendengelder“, sagte Evi Schmidt-Deeg, die zusammen mit ihrem Mann Manfred Schmidt die Tschernobyl-Kinderhilfe Pöttmes-Schrobenhausen ins Leben gerufen hat. Unterstützt werden dadurch Patenschaften, die Kindern aus der Region Gomel (Weißrussland) und ihren Familien ein besseres Leben ermöglichen soll. Viele der Familien seien aufgrund der medizinischen Spätfolgen der Tschernobyl-Katastrophe auseinandergerissen worden. Durch direkten Kontakt mit einer Kinderärztin erreichen die Spendengelder ihr Ziel.

Ausführliche Ausschnitte des Benefizkonzerts sehen Sie in der Sondersendung des Studio Schrobenhausener Land am ersten Weihnachtsfeiertag auf intv. Wer die Tschernobyl-Hilfe unterstützen möchte: Informationen gibt es beim Diakonie-Verein in Schrobenhausen.