Impflücke: Die Masern sind auf dem Vormarsch

Ingolstadt (intv) Bislang blieb die Region Ingolstadt von einer Masernepidemie verschont. Doch deutschlandweit gab es im ersten Halbjahr 2013 mehr als 900 gemeldete Masern-Fälle.

Laut einer aktuellen Studie der kassenärztlichen Vereinigung wird in Deutschland nur jedes dritte Kleinkind rechtzeitig und ausreichend gegen Masern geimpft. Die Forscher hatten dazu Daten aus Arztpraxen von mehr als 550.000 Kindern und damit 81 Prozent des Geburtsjahrgangs 2008 ausgewertet. 37 Prozent dieser Kinder erhielten vor ihrem zweiten Geburtstag zwei Masern-Impfungen nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission. Am schlechtesten waren die Impfquoten in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin und Bremen.

In Bayern gab es zuletzt Masern-Ausbrüche mit jeweils Hunderten Infizierten. In der Region Ingolstadt sind die Masern bislang nicht auf dem Vormarsch. Die Ergebnisse der Studie, dass nur jedes dritte Kleinkind ausreichend gegen Masern geimpft ist, können für die Region allerdings weder bestätigt noch belegt werden.

Der Grund: das Ingolstädter Gesundheitsamt erhebt den Impfstatus erst mit der Einschulung. Dann gebe es aber einen Durchimpfungsgrad von 89,6 Prozent, so Dr. Elisabeth Schneider vom Gesundheitsamt. „95 Prozent sollten wir ansteuern“. Die Ärztin rät unbedingt zur Masern-Impfung. Es sei ein Virus, der zur Hirnhautentzündung führen könne.

Angesichts der großen Impflücken hatte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) zuletzt eine Impfpflicht ins Gespräch gebracht.