12 Jahre Haft im Totschlagprozess

Ingolstadt (intv) Warum musste der 67-jährige  Rentner Helmut P. aus Ingolstadt im August 2012 sterben? Diese Frage konnte die Strafkammer vor dem Landgericht Ingolstadt nach neun Tagen Beweisaufnahme nicht abschließend klären. Eine Frage, die vor allem die Angehörigen des Opfers quält. Der mutmaßliche Täter, ein früherer Arbeitskollege von Helmut P. hat bis zum Schluss beharrlich geschwiegen. Auch heute nahm er die Urteilsverkündung vor dem Landgericht regungslos auf.

12 Jahre muss Heinz-Josef M. wegen Totschlags ins Gefängnis. Staatsanwalt Jürgen Staudt hatte 13 Jahre Haft gefordert. Verteidigerin Andrea Kremer dagegen plädierte auf Freispruch.

Die Strafkammer unter Vorsitz von Richter Paul Weingartner hat „nicht den geringsten Zweifel“  daran, dass der 64-jährige gebürtige Eichstätter seinen ehemaligen Arbeitskollegen in dessen Wohnung getötet hat. Mit einer Limonadenflasche malträtiert, getreten, geschlagen und schließlich erwürgt. Laut Gericht sei der Angeklagte mit großer Brutalität vorgegangen- ein spontaner Ausbruch von Gewalt.

Das Motiv der Tat ist weiter ungeklärt. Das belastet die Angehörigen. Sie stellen sich die Frage nach dem Warum. Und auch das Verfahren konnte ihnen keine Antwort geben.

Der Prozess gegen Heinz Josef M.  war ein reiner Indizienprozess, einen zwingenden Beweis für die Schuld des Angeklagten gab es nicht. Aber so heißt es in der Urteilsbegründung: durch die Gesamtschau der Indizien habe die Kammer nicht den geringsten Zweifel.

So wurden unter anderem  der Fingerabdruck des Angeklagten auf dem Tatwerkzeug, der Flasche sowie seine DNA-Spuren auf der Leiche gefunden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.