100 Planstellen weniger bis 2019

Ingolstadt (intv) Aus- und Fortbildung sowie die Beratung in landwirtschaftlichen Fragen seien die Trümpfe der bayerischen Landwirtschaftsverwaltung, betonte Staatsminister Helmut Brunner heute Vormittag bei der alljährlichen Mitgliederversammlung des Verbands für landwirtschaftlich-technischen Dienst. Er sprach seinen Beamten der 47 bayerischen Agrarämter Mut zu, ein weiterer Personalabbau steht bevor, denn seit 1993 müsse die bayerische Landwirtschaftsverwaltung kontinuierlich Personal abbauen, so Brunner.. Bis 2019 sollen weitere 100 Planstellen gestrichen werden. Das zu schultern und sich gleichzeitig der Herausforderung neuer Aufgabenfelder zu widmen, wird die Zukunft in den einzelnen Ämtern sein. Der bayerische Landwirtschaftsminister zeigt sich trotz allem optimistisch: „Ich bin dankbar und froh, dass wir eine eigenständige Landwirtschaftsverwaltung auch jetzt noch haben, im Gegensatz zu allen anderen Bundesländern. Und jetzt stehen wir ja auch unmittelbar vor einer neuen EU-Förderperiode, das heißt Veränderungen der Programme und von daher ist es wichtig, dass wir versuchen auch Aufgaben abzugeben an sogenannte Verbundpartner, weil ständig mehr Arbeit mit weniger Personal, das funktioniert wohl dauerhaft nicht.“

Mit kritischen Kurzberichten aus einigen der 47 bayerischen Landwirtschaftsämtern schilderten die Beamten ihren ganz normalen Alltagswahnsinn. Von Termindruck über stressentfachende Urlaubsplanung, nicht freigestellte Personalräte, bis hin zu Bürokratiemonstern bei Förderanträgen. „Da versuchen wir natürlich die Politik zu beeinflussen, dass diese Fördermaßnahmen vereinfacht werden, weil oftmals blicken die Landwirte nicht mehr durch und die Berater erst nach vielen Seiten Aktenstudium. Das kann es nicht sein, das ist auch politisch schwer verkaufbar, hier versuchen wir trotzdem einfache und prägnante Maßnahmen im Dialog zu entwickeln“, betont Herbert Hecht, Vorsitzender des Verbands des landwirtschaftlich-technischen Dienstes in Bayern e.V.

Der Strukturwandel in der Landwirtschaft dringt scheinbar bis in die Verwaltung vor. Am 10. November wird Brunner eine Behördenleiterbesprechung einberufen, wo die Personal-Soll-Anpassung und die Verteilung der 100 abzubauenden Planstellen beschlossen wird.