1-Million-Euro-Projekt: Neuer MRT am Kreiskrankenhaus Schrobenhausen

Schrobenhausen (intv) Er gehört zu den etwas größeren – und vor allem sehr teuren – medizinischen Gerätschaften: Der neue Magnetresonanztomograph (MRT), der ab sofort am Schrobenhausener Kreiskrankenhaus im Einsatz ist. Über fünf Wochen lang dauerten Austausch und Umbaumaßnahmen. Das Gerät musste mit einem großen Kran über das Dach ins Gebäude eingebracht werden. Mit rund einer Million Euro schlug das gesamte Projekt zu Buche. Seit dieser Woche läuft der Betrieb wieder regelmäßig.

Nötig geworden war die Aktion aufgrund eines technischen Defekts. „Wir hatten 2014 am alten MRT mehrfach einen so genannten Quench“, erklärt Dr. Boris Röhrl, Facharzt für Radiologie in der Praxis boos-moog. Dabei trat das Kühlmittel Helium aus. Der Grund ist bislang nicht abschließend geklärt. Das Kompetenzzentrum hatte nun die Wahl – teure Reparatur oder teure Neuanschaffung? „Wir haben uns für den Neukauf entschieden“, so Röhrl. Bis zu acht Jahre Laufzeit wird derartigen Tomographen zugeschrieben, die Hälfte der Lebensdauer hatte das alte Gerät bereits hinter sich.

Einsetzbar sind die aufwändigen Geräte, bei denen ein starkes Magnetfeld erzeugt wird, um verschiedenste Leiden zu diagnostizieren. „Wir nutzen es hauptsächlich, um Gelenke und die Wirbelsäule darzustellen – Stichwort Rückenleiden“, so Dr. Matthias Boos. Der Facharzt hat das Kompetenzzentrum vor rund 15 Jahren zusammen mit Dr. Florian Moog an der Pfaffenhofener Ilmtalklinik gegründet. Mittlerweile gibt es den Standort Schrobenhausen sowie eine Niederlassung in Manching. Der Bedarf an MRT-Untersuchungen sei sehr groß, so Boos, deshalb müsse man als Patient mit Wartezeiten zwischen vier und sechs Wochen rechnen.

Für das Kreiskrankenhaus ist die Kooperation mit der Facharztpraxis eine Bereicherung. „Ohne die Praxis boos-moog hätten wir in Schrobenhausen definitiv keinen Kernspintomographen“, freut sich Krankenhausgeschäftsführer Dietmar Eine. Im Medizinischen Versorgungszentrum Schrobenhausen sind damit fünf Facharztpraxen sowie eine Hebammengemeinschaft vertreten.